Mundus est Ostrea

Onkel Gwen, warum hast du eine Ratte in deinem Koffer?

Der Alltag der Kabale von Londinium wäre für die meisten Außenseiter vermutlich schon aufregend genug, doch als sich an einem Sonntagabend ein Informant wegen einem Zwischenfall in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett meldete, gingen die Helden zunächst von einer reinen Routinemission aus. Sie ahnten nicht, dass dies der Auftakt zu einer Reihe von Ereignissen war, die das Bild der Stadt nachhaltig ändern könnten.

Presse und Polizei hatten die berühmte Touristenattraktion bereits umstellt, als ein schwarzer VW Bulli vorfuhr und die heimlichen Herrscher Londons entließ: den hünenhaften Exekutor Gwen, mit seinem vertrauten Koffer, die zierliche Archivarin Jessica, mit ihrem vielgereisten Hut und dem zerstreuten Myrddin, mit seiner universellen Notebooktasche. In schwarze Anzüge gekleidet, betraten die drei den Tatort und Gwen stellte sie, mitsamt authentischem Ausweis, als die MI5-Agenten Agent Lynch (Gwen), Agent Miller (Jessica) und Agent Smith (Myrddin) vor, woraufhin sie direkt zum leitenden Ermittler durchgelassen wurden, ihrem alten Bekannten Robert Witherton. Ohne lange zu zögern, brachte dieser die Kabale auf den neuesten Stand: Die Tür war ohne große Schäden von außen geöffnet, fünf der Wachleute ausgeschaltet und die Wachsfigur von Oliver Cromwell gestohlen worden.
Schnell nahmen die Helden die Ermittlungen in die eigene Hand und suchten das Wachsfigurenkabinett nach Spuren ab. Die Tür war ohne große Gewalteinwirkung geöffnet worden, doch war das Schloss konkav eingedrückt und mit Brandspuren versehen. Innen bot sich ihnen ein überraschend nüchternes Bild: Keine Spuren eines Kampfes, nur die Wachsfigur von Cromwell entwendet, sein Wachssäbel und kleinere Stücke zurückgelassen, doch standen auch die Wachmänner unverletzt da, scheinbar in verschiedenen Haltungen eingefroren: Einer mit der Taschenlampe auf Patrouille, sein Kollege mit Entsetzen im Gesicht, andere wiederum mit gezogenen Waffen und kurz davor auf den Alarmknopf zu drücken. Jessica und Gwen beschlossen schnell die Opfer genauer zu untersuchen, jedoch nicht, ohne vorher den angerückten Pathologen zu konsultieren:

Gwen, mit dem Finger auf eines der Opfer zeigend: “Was ist das?”

Schnell stellten sie fest, dass die Wachleute über keinen Puls verfügten, staunten aber nicht schlecht, als sie merkten, dass die Haut die Konsistenz von Wachs aufwies. Als der Pathologe ein Skalpell zückte um die tieferliegenden Gewebe zu untersuchen, zerbrach dieses in viele kleine Einzelteile und auch seine weiteren Klingen hatten kein Glück. Während Gwen und Jessica in einer ungestörten Ecke berieten und Gorgonen, Basilisken, Medusen und Schwarze Magie als Quelle einer inneren Versteinerung erwägten, zückte der frustrierte Pathologe seine Dienstwaffe, nur um ein etwa zwei Zentimeter tiefes Loch in die Figur zu schießen und schließlich entnervt das Gebäude zu verlassen. Myrddin entwickelte die These, dass die Härte des Wachses bei zunehmender Dichte anstieg, was Gwen schließlich mit einer Demonstration seiner übernatürlichen Kraft unterstrich, als dieser einem der Wachmänner einen Finger abbrach. Der Finger zeigte nicht die klassischen Zeichen einer Versteinerung, vielmehr waren sämtliche inneren Gefäße und Muskeln bis ins kleinste Detail in Wachs verwandelt.
In der Zwischenzeit hatte der Technomant die Aufzeichnungen der Überwachungskameras studiert, doch zeigten diese zunächst wenig erhellende Bilder: Eine alte Frau näherte sich der Außentür, öffnete diese mühelos und betrat das Gebäude. Ohne Umschweife ging sie direkt zur Statue Cromwells, die aufkreuzenden Wachmänner mit einer simplen Geste ihrer Hand stoppend, zückte eine Fackel aus ihrem Mantel und schmolz die Wachsfigur kurzerhand ein, um sie anschließend mitzunehmen. Was Myrddins Aufmerksamkeit erregte, war ein unnatürliches Flimmern um die Frau herum. Eine Untersuchung der Kameras selbst zeigte, dass diese zwar technisch unverändert, aber mit einem feinen, goldenen Staub bedeckt waren, den Jessica schnell als Feenstaub identifizieren konnte. Mithilfe eines Rituals gelang es der Gruppe anschließend sämtlichen Feenstaub, der die Kameras und die Leichen bedeckt hatte, sicherzustellen.
Die Indizien sprachen für eine Angreiferin aus der Feenwelt, und auch eine nachträgliche Untersuchung der Aufnahmen zeigte, dass das Flimmern in den Aufnahmen keinesfalls durch Videomanipulation, sondern vermutlich durch einen tatsächlichen quasi-physikalischen Effekt hervorgerufen worden waren. Nicht nur das: der Eindringling hatte das Aussehen der legendären Madame Marie Tussaud.

Noch während die Kabale die Spuren sicherte, erreichte Jessica ein dringender Anruf der Londoner Polizei: Cassandra, die Ziehtochter von Sir Alfonso Coscote war von ihren Mitschülern auf offener Straße bedroht und angegriffen worden und zur Polizei geflüchtet, doch Coscote selbst sei nicht erreichbar. Während Jessica und Myrddin ihre Untersuchung fortsetzten, machte sich Gwen auf zur Polizeidienststelle, sich wundernd, wieso der alte Magier seine Pflichten vernachlässigen sollte.
An seinem Ziel angelangt, schlüpfte Gwen in seine Rolle des gutmütigen Onkels, stieß die Tür in Cassandras Aufenthaltsraum mit einem lauten Krachen auf und nahm den sichtlich erleichterten Teenager in seine großen Arme. Schnell war klar, dass die Mitschüler keinen Grund hatten das Mädchen anzugreifen, und bald war Gwens Aufmerksamkeit durch einen überaus großen Rattenbiss in Cassandras Knöchel gefesselt. Als die beiden beschlossen den Heimweg anzutreten, erspähte Gwen hinter den Beinen des Pförtners eine beinahe katzengroße Ratte. In einer einzigen geschmeidigen Bewegung zückte der Kettenhund einen Wurfdolch aus dem Ärmel, versenkte ihn blitzschnell in dem verdutzten Nager und nagelte ihn im Boden fest. Der überraschte Beamte fummelte seine Pistole hervor, drückte den Alarmknopf und legte an – bis Gwen ihn auf die Ratte hinwies, seine Unaufmerksamkeit für sich nutzte und ihn zügig entwaffnete. Auf Cassandras vollkommen verstörte Frage, wieso er ein solches Messer besaß und nun auch noch die verwundete Ratte einpackte, antwortete er trocken:

“Ich brauche das für meine Arbeit.”

Nachdem er dem Pförtner seine Waffe zurückgab und mit Cassandra das Gebäude verließ, versuchten die beiden schleunigst ein Taxi zu finden und der anrückenden Polizeiverstärkung zu entkommen. Doch bevor Ranjid, der nächstgelegene Taxifahrer, nach gründlicher Überlegung ablehnen konnte, waren sie von einer Bande Teenager umzingelt. Gwen stellte Cassandra hinter sich, verstaute die verwundete Ratte in seinem Spezialkoffer, zückte zwei Eisenstangen aus diesem und drückte den Koffer dem verdutzten Mädchen in die Hand. Die Teenager waren gekommen, um die Ratte zurückzufordern, doch Gwens Weigerung konnten sie nicht akzeptieren. “Was willst du schon tun, alter Sack?” plärrte der Anführer der Band und griff sich in den Schritt. Ihr gemeinsamer Ansturm ließ Gwen kalt. Ein präziser, kräftiger Schlag auf den Arm des Jungen ließ den Knochen in dessen Inneren zersplittern, und als Gwen nach dem Schlag eines Baseballschlägers auf die Stirn nur müde lächelte, beschlossen die vorlauten Teenager die Flucht. Bis auf ihren Anführer, der von Gwen daran gehindert wurde. In einem kurzen, aber schmerzhaften Verhör gestand dieser eines Nachts von der Ratte besucht worden zu sein. “Sie befahl mir das Mädchen zu töten, und irgendwie hielt ich das für eine gute Idee.”
Es dauerte nicht lange, da trafen mehrere Einsatzwagen der Londoner Polizei ein, nur um wieder abzuziehen, als Gwen seinen MI5-Ausweis vorzeigte, und schnell notierte der angerückte Beamte Stevenson einen Autounfall mit Fahrerflucht, bevor Gwen und Cassandra in einem bequemen Café pausierten, um sich zu beruhigen.

“Onkel Gwen, warum hast du eine Ratte in deinem Koffer?”
“Ich bin Elefantenjäger.”
“Das ist eine Ratte!”
“Eine große Ratte. Eine Elefantenratte. Ich brauche das für meine Arbeit.”
“Warum hast du Waffen in deinem Koffer?”
“Die Leute sind böse, wenn ich sie unterm Arm trage.”

Gwen war schließlich in der Lage den ahnungslosen Teenager davon zu überzeugen, dass er seine Waffensammlung für eine Tätigkeit als Ausbilder benötigte. Vor allem die Schwerter. Und den Pflock. Die Ratte wurde indes in einen Katzenkäfig aus der nächsten Tierhandlung gesperrt.

Nachdem Cassandra in die Villa Coscotes gebracht und unter den Schutz einiger Rabengardisten gestellt wurde, traf die Kabale in den Gewölben des Tower of London wieder zusammen, wo sie die Kameraaufnahmen, den Goldstaub, das Wachsschwert und Reste des geschmolzenen Wachses analysieren wollten. Doch zunächst beschlossen sie die Ratte zu verhören. Sie hatten wenig Kontakt zu den Wesen der Kanalisation gehabt, doch wussten sie, dass diese Sorte Ratten zu Telepathie in der Lage war, eine geeignete direkte Verbindung vorausgesetzt. Ohne zu zögern nahm Myrddin den Schwanz der, auf einem Tisch fixierten Ratte, und steckte ihn sich in sein Ohr. Nur mit Mühe konnte er den mentalen Übernahmeversuch des Wesens abwehren, doch schon bald war die Kabale in der Lage mit der Ratte, die sich als Squeechsnitch III vorstellte, in Konversation zu treten. Nach eingehender Befragung durch Gwen, erfuhren die Helden, dass es Rupertz Rattenkönig selbst war, der Cassandras Tod befohlen hatte, doch zu welchem Zweck blieb ihnen weiterhin verborgen.
Ihre Unterredung wurde jäh durch den Besuch des Black Friar unterbrochen, der sich in einer prekären Lage vertrauensvoll an die Kabale wandte. Er brachte authentische Aufnahmen mit, denen zufolge Sir Alfonso Coscote Westminster Abbey betrat. Nach einem kurzen Gebet an einem der Grabeingänge, “schickte” er die anwesenden Schwarzen Mönche hinfort, betrat die Katakomben und nahm die Gebeine Oliver Cromwells an sich. Er hinterließ keine Spuren, auch Feenstaub war nicht zu finden. Nun war es an der Kabale herauszufinden, welche Motive den alten Magier dazu brachten, und wie es ihm gelingen konnte, derart starke Magie auszuüben, dass sie die Neutralität von Westminster Abbey gefährden könnte.
War es Coscote selbst? Oder nur ein Abbild? War es ein und dasselbe mächtige Wesen, das Cromwells Überreste als Foci für ein dunkles Ritual brauchte, oder war es ein sich anbahnender Konflikt zwischen zwei unerkannten Fraktionen?

Die Pläne für den nächsten Tag:

  • Cassandra bewachen
  • Coscote erreichen
  • Recherche über (auslaufende) Verträge und Päkte mit den Ratten
  • Ein Treffen mit dem Rattenkönig um 12:00 Uhr in der Westminster Abbey
  • Recherche über Madame Tussaud und die Magie der Wachsfiguren
  • Weitere Analyse der Videoaufnahmen
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Welcome to your Adventure Log!
A blog for your campaign

Every campaign gets an Adventure Log, a blog for your adventures!

While the wiki is great for organizing your campaign world, it’s not the best way to chronicle your adventures. For that purpose, you need a blog!

The Adventure Log will allow you to chronologically order the happenings of your campaign. It serves as the record of what has passed. After each gaming session, come to the Adventure Log and write up what happened. In time, it will grow into a great story!

Best of all, each Adventure Log post is also a wiki page! You can link back and forth with your wiki, characters, and so forth as you wish.

One final tip: Before you jump in and try to write up the entire history for your campaign, take a deep breath. Rather than spending days writing and getting exhausted, I would suggest writing a quick “Story So Far” with only a summary. Then, get back to gaming! Grow your Adventure Log over time, rather than all at once.

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