Pyradem

Es gibt keinen Zwist und keinen Streit zwischen ihnen. Sie können sich nicht lieben oder hassen. Sie kennen keinerlei Unterschied, denn sie alle stecken hinter Masken. Diese Masken sind alle gleich. So funktioniert ihr System. Wer sich nicht kennt und keinen Unterschied hat kann auch nicht neidisch sein. Nicht Ehrgeiz empfinden und nicht Rache fordern. Es ist unmenschlich und verdorben und dient nur unserer Unterdrückung. Ihre eiserne Verschlossenheit im Namen der Macht und ihr kalter technischer Schwur sind dern einzige Grund warum wir ihre Fesseln nie abstreifen konnten, selbst als wir es versuchten. Keine Revolution und kein Aufstand der nicht ihnen galt, kein Krieg der nicht von ihnen entsonnen. Sie sind alle gleich. Sie sind alle eins. Sie sind Maskenmenschen.
Sie regieren dein Leben!

Aus den Archiven des Pyradems, Sektion “Wissende und Ahnende”
Manuskripte des J.H. Umbrich
Kapitel 1: Wer sind die Maskenmenschen?

Omnes fratres magus esse debet.
Quia dominabitur debilitat disputandum

Aus den Archiven des Pyradems, Sektion “Urtexte”
Manifest der Ahnen
Caesarische Übersetzung

Ein jeder Akolyth muss wissen das er Teil eines Bundes von Brudern und Schwestern ist deren Einigkeit nicht in Frage gestellt werden darf. Jedesmal wenn diese Weisheit in der Vergangenheit vergessen wurde geriet die Macht aller ins Wanken und die Auster entzog sich für kurze Zeit unserem sicheren Griff. Wiederholt nicht diesen Fehler und erkennt das ihr alleine keine Kontrolle habt.
Auch ein gewisses Maß an Unterwerfung unter eure Ältesten und Oberen gehört zu dieser Weisheit, ebenso wie ihr eure Untergebenen als Euresgleichen begreifen müsst, solange sie Teile unseres glorreichen Projektes sind. Sind sie es nicht, so gebietet ihnen wie auch immer ihr es für nötig erachtet. Respektiert jedoch die alten Pakte und die Einflusssphären von Euresgleichen. Sonst gefährdet ihr das Fundament des Pyradems.
Natürlich braucht ihr keine Maske zu tragen wenn ihr dies nicht wollt oder die Vorschriften eures Zirkels dies nicht vorsehen. So akkurat auch hier die Einschätzung des Umbrichs Manifestes sein mag was unseren Modus Operandi angeht, so solltet ihr euch von derartigen Vorstellung von Herrschaft als Club mit Dresscode lieber freimachen und dem Pyradem in all seiner Vielfalt huldigen.
Mundus est Ostrea

Geschichte des Pyradems

Die Vergangenheit und der Ursprung des Pyradems liegen, so müssen wir leider zugeben, inzwischen zu großen Teilen in dunkeln. Bekannt ist: In lange getilgter Vorzeit, bevor die Blinden Völker überhaupt erschienen waren, gehörte die Welt den Anderen. Eines unbestimmten Tages erschienen dann die blinden Völker auf der Erde, einst Sklaven und Spielbälle der Anderen. Bis sich eines Tages die ersten Magi entwickelten. Der genaue Ursprung unserer Art ist ebenfalls Ursache von viel Spekulation und Unklarheit. Schnell erkannten die Anderen die Konkurrenz und es begannen die legendären Zwielichtkriege. Am Ende dieser blutigen Epoche war die Macht der Anderen stark geschwächt. Noch herrschten sie über weite Teile der Welt, doch war es nicht mehr die ihre.
Eines Tages erschienen dann die Ahnen und verkündeten die Grundsätze des Pyradems. Nach weiterem langen Krieg zwischen denen die die neue Ordnung gut hiessen und den Verfechtern alter Tradition gewann das Pyradem schließlich die Oberhand und begründete, sicher verborgen vor den blicken der Anderen, die Einigkeit aller Magi. Es war nun nurnoch eine Frage der Jahrtausende bis die Anderen vollständig zurückgedrängt und die ganze Welt sich im Griff des Pyradems befinden würde.
Dies sind die grundzüge der am weites verbreiteten Theorie über die Geschichte des Pyradems. Wie unschwer zu erkennen ist weist sie eine Menge Lücken und Unklarheiten auf. Diese sind der ungünstigen Quellenlage geschuldet. Das meiste Wissen über die Geschichte der Magie entstammt mündlicher Überlieferung. Die Grundsätze des Pyradems liegen den Archiven als sogenannter Finaltext vor, eine Ansammlung von Steintafeln aus babylonischer Zeit, von den Zeiten gezeichnet, in dialekt, Geheimschrift und Geheimsprache abgefasst. Der Einfachheit halber stützt sich das Pyradem daher auf die älteste vollständig erhaltene Übersetzung des Textes, die sogenannte Caesarische Übersetzung die nur etwas mehr als 2000 Jahre alt ist.

Grundsätze des Pyradems

Im Manifest der Ahnen sind einige wichtige Grundregeln aufgeführt die bis heute für alle Magi gelten:

  • Einigkeit aller Magi untereinander
  • Die Anderen sollen sich unterwerfen oder müssen vernichtet werden
  • Die Magi sind die Herren der blinden Völker
  • Die blinden Völker müssen im dunkeln bleiben über die wahre Natur der Welt
  • Die Welt ist unsere Auster – Mundus est Ostrea

Natürlich lässt sich der ausführliche Urtext unseres Projektes nicht auf derartig einfache Zeilen zusammenstreichen, doch sind diese Kapitelüberschriften aus dem Manifest doch äusserst nützlich für junge Akolythen.

Struktur des Pyradems

Das Pyradem ist in einer historisch gewachsenen und strikten Rätestruktur aufgebaut. Am untersten Ende stehen die Kabalen. Diesen Weisungsbefugt sind die Ordinatorien die wiederum dem obersten Konvent, manchmal auch als Pyradem bezeichnet, verpflichtet sind.

Die Kabale

Kabalen sind die unterste formale Herrschaftseinheit die aus dem Pyradem Caesarum abgeleitet werden kann. Die Größe einer Kabale beträgt mindestens 3 Magier und kann laut den Regeln des Pyradems eine beliebige Größe erreichen. Aus praktischen Gründen sind die meisten Kabalen in ihrer Größe jedoch auf selten mehr als 10 Mitglieder beschränkt. Gerne werden bewusst Zahlen mit Symbolwert gewählt wie die 7, die 8, die 12, die 6 oder eben die 3, je nach Kulturkreis und Tradition.
Die innerhalb der Kabale grundsätzlich gleichberechtigten Magier sind die vollständigen und wahren Herrscher über das ihnen zugeteilte Gebiet. Dies ist heutzutage üblicherweise eine Großstadt mitsamt Umland, in seltenen Fällen bestehen auch noch Provinzial-Kabalen die über größere Gebiete herrschen, diese werden allerdings oft als veraltet betrachtet.
Welche Ämter und Aufgabenverteilung, welche Sitzungsordnung und welche Unterstrukturen die Kabalen sich geben ist ihnen selbst überlassen, solange sie die Grundregeln des Pyradems befolgen und die Weisungen der Ordinatorien und des Konventes loyal befolgen und umsetzen.

Das Ordinatorium

Auf den ersten Blick ist die Struktur und Hierarchie des Pyradems einfach, geradezu simpel. Die Realität der Ordinatorien setzt diesem Traum allerdings ein Ende. Es handelt sich weniger um direkte Kontrollorgane als um eine Art Ausschüsse des großen Konventes die für verschiedene Gebiete und Themen zuständig sind. Zudem haben die Ordinatorien die Befugnisse sich in Subordinatorien zu Gliedern um ihre eigene Arbeit nach ihrem Willen zu strukturieren. Keine Sorge junger akolyth, in der Praxis kommt wenig Verwirrung auf, denn das Konvent achtet mit scharfem Auge darauf das nicht Bürokratie und Papierkram unser Projekt erlahmen lassen. Die meisten Kabalen sind nur einer Handvoll Ordinatorien direkt unterstellt. Für gewöhnlich dem zuständigen Kontinental- oder Regionalordinatorium, sowie den für die Kabale wichtigen Ressorts. Eine Kabale mit großer Wirtschaftsleistung wird dem Ökonomischen Ordinatorium, eine mit vielen Brücken dem Sidhe-Ordinatorium Rechenschaft ablegen müssen. Alles weitere wird über direkte Weisung vom Konvent angeordnet. Die Größe der Ordinatorien variiert stark nach Aufgabenfeld und Belastung. Die kleinsten Zählen bloß ein Dutzend Magier, die größten und wichtigsten Hundert.

Das Konvent

An der Spitze des noblen Projektes das wir Pyradem nennen befindet sich das Konvent. Von manchen in unseren Reihen auch Umgangssprachlich als das Pyradem, also gleichbedeutend mit unserer gesamten Anstrengung, bezeichnet.
Die genauen Umstände der Begründung dieses Organs sind unklar. Fest steht nur das Das Konvent auf 3 großen Säulen tagt:
1. Das Manifest der Ahnen
2. Die Traditionen des Konvents
3. Der Wille seiner Mitglieder
Es besteht immerschon aus 13 Ältesten, die tatsächliche Zahl in den Sitzungen varriiert jedoch stark da sie die Freiheit haben weitere Mitglieder zu benennen und Vorsprechen zu lassen. Heutzutage ermöglichen moderne Informationstechnik es jedoch auch ohne die eigenen Kräfte zu strapazieren eine vielzahl von Informationen und Expertisen eingeholt werden kann. Dementsprechend tagen selbst die 13 nurnoch in Ausnahmefällen am selben Ort.

Stolpersteine für Akolythen

Natürlich ist das Pyradem eine seit Äonen bestehende Einheit von Brüdern und Schwestern die alle einem Ziel verschworen sind. Doch in der Praxis gibt es doch so einige Bedrohungen für den Status Quo denen sich der junge Akolyth bewusstsein sollte, will er ihrem zersetzenden Einfluss widerstehen.

  • Die Zirkel sind Philosophische Schulen unter den Magi, die zwar in den Regeln des Pyradems nicht vorgesehen sind, aber auch nicht wirklich bekämpft werden. Jeder Zirkel liefert eine eigene Erklärung von Magie, Welt und Macht. Sie üben teilweise erheblichen Einfluss auf ihre Mitglieder aus
  • Zwischen den Ordinatorien herrschen gelegentlich Unklarheiten in Sachen Zuständigkeit und Befugnisse, was natürlich bloß der Ignoranz und Unfähigkeit individueller Mitglieder zuzuschreiben ist die das sauber geordnete Pyradem aus Unwissenheit oder Gier gefährden. Auch so manche überhebliche Kabale hat sich bereits gegen die Anweisungen der Ordinatorien gestellt und musste ausgelöscht werden
  • Die Alten Häuser sind zwar ein Relikt aus grauer Vorzeit, haben allerdings zum Teil Bedeutung und Prestige ihrer Mitglieder in die neue Zeit gerettet. Und auch wenn die Häuser nach offiziellem Dekret des Konventes nurnoch nostalgische Funktion haben und zu keinerlei Autorität berechtigen verteilt sich doch so manches an praktischer Kontrolle anhand alter Fehden und Bündnisse

Pyradem

Mundus est Ostrea Ismael